Portwein

Ruby und Tawny Port aus dem Douro Tal im Norden Portugals sind weltbekannt

Der Weinbau in Portugal hat eine jahrtausendealte Tradition. Eine Sonderstellung unter den herausragenden Erzeugnissen des Weinlandes Portugal nimmt der weltbekannte Portwein (Vinho de Porto) ein. Diese geschützte Ursprungsbezeichnung dürfen nur Weine aus der Region Douro in Nordportugal tragen. Dort reichen die Anfänge des Weinbaus bis in die Bronzezeit zurück.


Weinregion Porto und Douro

Die Weinregion am Unterlauf der Douro ist eines der ältesten regulierten Weinbaugebiet der Welt. Sie gehört zum UNESCO Wekltkulturerbe.

Weinregion Porto und Douro mit den DOC Douro und DOC Porto

Die Weinregion am Unterlauf des Douro beherbergt zwei deckungsgleiche Anbaugebiete der höchsten Qualitätsstufe (DOC Denominação de Origem Controlada), DOC Porto für Portweine und DOC Douro für nicht mit Alkohol angereicherte Weine. Zum DOC gehören die drei Subregionen (von Westen nach Osten):

  • Baixo Corgo
  • Cima-Corgo
  • Douro Superior

Währen im Baixo Corgo das Klima noch vom nahen Atlantik beeinflusst ist, herrschen weiter im Landesinneren kontinentale Klimabedingungen vor. Die Temperaturen können im Sommer bis zu 45° erreichen und im Winter unter dem Gefrierpunkt liegen. Das Terroir zeichnet sich durch sehr steile Schieferhänge aus, die zusammen mit den Granitböden die Wärme ausgezeichnet speichern und damit hervorragende Bedingungen für den Weinbau, der allerdings durch die Lage und Bodenbeschaffenheit extrem arbeitsintensiv ist und den Einsatz von Maschinen kaum erlaubt. Von der Gesamtfläche von ca. 250 Tsd. ha sind nur etwa 46 Tsd. ha mit Reben bebaut.

Die Region war weltweit die erste, für die verbindliche Qualitätsstandards für die Weinerzeugung eingeführt wurden. Bereits 1756 wurde dafür auf Veranlassung des Premierministers Marques de Pombal die Gesellschaft Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro gegründet. Deren Nachfolgeorganisation, das sog. Portweininstitut (Instituto dos Vinhos do Douro e Porto, IVDP) setzt noch heute die Standards und überwacht deren Einhaltung.


Weinerzeugung Portwein

Die alkoholische Gärung wird bei Portwein durch die Zugabe von Branntwein gestoppt.

Angaben über die Zahl von Rebsorten, die in der Region Porto und Douro angebaut werden, schwanken zwischen 80 und weit über hundert. Die für die Herstellung von Portwein zugelassenen sind in die Kategorien empfohlen, erlaubt und toleriert unterteilt. Die wichtigsten Rebsorten für roten Port sind die autochthonen Sorten Touriga Franca, Touriga Nacional und Tinto Cão sowie Tinta Amarela, Tinta Barroca und Tinta Roriz.

Die Ernte der Reben findet im September nahezu ausschließlich von Hand statt, da das Gelände den Einsatz non maschinellen Hilfsmitteln kaum ermöglicht. Anschließend werden die Trauben in Granitbehältern gekeltert – traditionell geschieht das in einigen Weingütern noch immer durch Stampfen mit den Füssen, zunehmend kommen aber auch schonende mechanische Verfahren zum Einsatz. Der Traubenmost wird dann zur Gärung angesetzt, die in einem bestimmten Stadium durch Zugabe von 77%igem Branntwein (aguardente) gestoppt wird. Dadurch bleibt ein hoher Gehalt an Restzucker erhalten. Das Ergebnis dieser „Fortifizierung“ hat einen Alkoholgehalt zwischen 19 und 22%.

Englische Quellen behaupten, diese Technik zum Unterbrechen des Prozesses der  Fermentierung sei im 17. Jahrhundert von englischen Kaufleuten in einem Kloster entdeckt worden, um Weine aus Südeuropa für den Transport nach England und Schottland haltbarer zu machen. Allerdings war das Verfahren in Portugal schon im Zeitalter der Portugiesischen Entdeckungen bekannt.

Der fortifizierte Wein verbleibt bis zum nächsten Frühjahr im Weingut und wird dann zur weiteren Reifung und Abfüllung in die Lagerhäuser der Portweinhändler in Vila Nova de Gaia an der Mündung des Rio Douro gegenüber der Stadt Porto verbracht. Das feuchte atlantische Klima und konstante Temperaturen von 15° in den Lagerhallen mit ihren dicken Granitwänden schaffen für diesen Reifungsprozess die idealen Voraussetzungen.


Reifung des Portweins

Die Weiterverarbeitung hängt von der generellen Qualität des Jahrganges und des jeweiligen Weines ab. Dabei werden zwei Verfahren der Reifung unterschieden.

Ruby Port

Ruby Portweine werden nach einer Lagerung von wenigen Jahren im großen Fass (balseiro) filtriert und auf Flaschen abgezogen. Wie der Name sagt, zeichnet sich der Ruby durch eine tiefrote Farbe und einen fruchtigen Geschmack aus. Ruby kommt in verschiedenen Qualitätsstufen in den Handel.

  • Standard Ruby ist ein ist ein Verschnitt von Weinen verschiedener durchschnittlicher Jahrgänge, der nach wenigen Jahren im großen Fass auf Flaschen abgezogen wird und  als junger Wein in den Handel kommt.
  • Ruby Reserva Port wird aus ausgewählten Trauben besonderer Qualität verschiedener Jahrgänge verschnitten
  • Late Bottled Vintage (LBV) aus Trauben eines einzelnen Jahrgangs wird erst nach einer Lagerung von 4-6 Jahren im Fass auf Flaschen abgefüllt.
  • Vintage Port sind Spitzenerzeugnisse eines einzelnen Jahrgangs. Pro Dekade qualifizieren sich in der Regel nur 2 bis 3 Jahrgänge als Vintage Jahrgang. Anders als bei den anderen Kategorien wird der Vintage Port nach 2-3 Jahren im Fass ungefiltert auf die Flasche gezogen und reift dort über viele Jahre weiter.
  • Single Quinta Vintage sind herausragende Erzeugnisse eines Vintage Jahrgangs und eines einzelnen Weinbergs (quinta).

Vintage Port ist nach frühestens 10 – 12 Jahren trinkreif und bildet während der Reifung in der Flasche ein Depot aus den Abbaustoffen. Deshalb muss er dekantiert und nach dem Öffnen der Flasche innerhalb einiger Stunden getrunken werden.

Tawny Port

Tawny ist ebenfalls ein Verschnitt von Weinen, in diesem Falle überdurchschnittlicher Qualität, aus  verschiedenen Jahrgängen. Tawny muss nach anfänglicher Lagerung im großen Fass für mehrere Jahre im kleinen Fass (pipa) weiter reifen. Er altert dort schneller, seine Farbe wechselt von rot auf gelbbraun bis goldgelb (engl. tawny) und er schmeckt nach trockenen Früchten. Er wird filtriert auf Flaschen abgefüllt und kommt in folgenden Qualitätsstufen in den Handel:

  • Tawny ist ein Verschnitt von Weinen, die mindestens 2 Jahre im kleinen Fass gereift sind.
  • Tawny Reserve ist ein Verschnitt aus hochwertigeren Trauben mit einer längeren Verweilzeit im der pipa
  • Old Tawny werden nach einer Reifezeit von 10, 20, 30 oder 40 Jahren im kleinen Holzfass auf Flaschen abgefüllt und kommen immer mit einer Altersangabe in den Handel.  Die Altersangabe errechnet sich dabei aus dem Alter der verschiedenen Komponenten.
  •  Colheita sind Weine eines einzelnen Jahrgangs mit einer Mindestlagerung in der pipa von 7 Jahren. Entscheidend für die Qualität ist dabei nicht nur das Ernte- sondern insbesondere das Abfülljahr, das auf dem Etikett ebenfalls vermerkt wird.

Weißer und Rosé Portwein

 Weißer Port wird ausschließlich aus weißen Trauben gewonnen. Die wichtigsten Rebsorten dafür sind Malvasia Fina, Codega und Rabigato. Er wird in der Regel nach drei Jahren als Verschnitt verschiedener Jahrgänge auf Flaschen abgefüllt. Einige Erzeuger bieten allerdings auch langjährig gelagerten weißen Portwein an. Weißer Port wird nach dem Grad der Süße von muito doce bis extra seco unterschieden.

2008 kam erstmals ein Rosé Port in den Handel, der inzwischen auch von einigen anderen Herstellern angeboten wird. Die Farbe reicht von hellem Rosé bis zu dunklerem Pink, abhängig davon, wie lange die roten Beeren auf der Maische liegen.


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